Achtsamkeit: Deine Tipps für ein entspanntes Studium

Voller Optimismus und Tatendrang startest du ins neue Semester. Doch schnell folgt die Desillusionierung: Orientierungslosigkeit, Leistungsdruck, aussiebende Module, kaum Kontakt zur Außenwelt oder anderen Kommilitonen, überfüllte Online Vorlesungen, und du, auf lediglich eine Matrikelnummer reduziert, mittendrin. Nicht selten wird man gleich zu Beginn von einem riesigen Tsunami der Negativität überrollt, der einen viel zu rasch vom bequemen, heimatlichen Nest auf den harten Boden des Alltags katapultiert.

Holpriger Start

Als wäre es nicht schon schlimm genug, sich als Erstsemestler beispielsweise an eine neue Umgebung, eine neue Stadt, eine neue Uni und einen neuen Nebenjob zu gewöhnen – nein – dazu kommt, dass deine Dozenten schon jetzt damit anfangen, klausurrelevante Inhalte in warnend-diabolischen Rottönen im Vorlesungsskript zu vermerken oder über höchst komplexe Angelegenheiten schwadronieren, bei denen du nur deinen eigenen Intelligenzquotienten nochmal im Geiste nach-addierst. Als Gegenmittel versuchst du es mit zitternd-kribbelnder Koffein-Überdosis, manchmal sogar mit dem Gedanken spielend, ob man Kaffee auch in anderen Aggregatzuständen – als flüssig – für den größeren Kick konsumieren kann. Auch bist du längst schon zum penetranten Mate-Hipster geworden, der gestresst über den Campus läuft, mit seinem sombrero-tragenden Freund in den Händen. Das ist immer noch nicht alles: Aktuell muss man sich jederzeit und überall vor Erregern fürchten, Abstand halten, Sicherheitsmaßnahmen beachten, isoliert verbleiben. Und das stetige Pleite-Sein und Miete-Bezahlen wollen wir hier garnicht erst erwähnen. 

Studium = Burn-Out? 

Wer sagt, Studierende hätten’s immer easy und bequem, der hat wohl ganz “easy” gesagt,  keine Ahnung. In einer Leistungsgesellschaft wie der unseren sind ja sogar Schüler bereits einem enormen Stresslevel ausgesetzt. Laut einer AOK Studie von 2016 fühlen sich über die Hälfte aller Studierenden super-mega-hulk-mäßig gestresst. Nie zuvor litten mehr Menschen unter Burn-Out als heutzutage. Die Folge? Motivationsstörungen, Leistungseinbußen, gesundheitliche Probleme und steigende Studienabbrecherquoten. 

Aber warum eigentlich dieser ganze Stress? Die meisten von uns sind keine Chirurgen. Wenn wir mal Versagen, hängt kein Leben davon ab. Sorry ihr Chirurgen da draußen. Bitte konzentriert euch auch weiterhin und macht einen so tollen Job!


Studium: Beste Zeit des Lebens oder Sprint in die Arbeitswelt?

Studieren sollte die beste Zeit deines Lebens sein. Studieren ist Selbstverwirklichung, ist seiner Neugier nachgehen, Wissen anhäufen. Studieren bedeutet, neue Freunde finden, sich selbst finden. Tritt runter vom Gas und schau’ dich mal im Hier und Jetzt um. Du wirst noch den Rest deines Lebens arbeiten – und das nicht zu wenig.

Deswegen wollen wir dir Tipps geben, wie du achtsam bist, wie du dich dem Stress mal bewusst entziehst und so dein volles Potenzial ausschöpfen kannst. 


Tipp 1: Sag STOP zu Stress und Panik

Du fühlst dich gestresst und merkst, wie sich die Panik  langsam aber immer vehementer in dir hoch arbeitet? Dabei hattest du sie gar nicht eingeladen? Dann sag STOP, indem du deine Tätigkeit unterbrichst und einfach mal inne hältst (Stop) und gaaaanz tief und bewusst einatmest (Take a breath). Es gibt nur dich und deinen Körper. Beobachte deine Umgebung und nur deine Umgebung (Observe). Fokussiere dich nur darauf und mach dir bewusst, was du wahrnimmst, fühlst, empfindest, denkst. Fahre dann bewusst mit deiner Tätigkeit fort (Proceed). Der Schlüssel ist hier Integration statt Abwehr und eine aus dem Zen-Buddhismus stammende Wahrnehmungspraxis. Klingt dir zu esoterisch? Urteile erst, wenn du es mal probiert hast. Die smarten Freunde machen das schon seit hunderten von Jahren. Jemals ‘n gestressten buddhistischen Mönch gesehen? 

Tipp 2: Hakuna Matata

Schon klar, ist leichter gesagt, als getan. Aber eine positive, mentale und emotionale Verfassung sorgt für Leistungssteigerung, mehr Konzentration und mehr Belastbarkeit. Wie du zum all-time-Sunshine wirst? Entscheide dich bewusst dazu, nicht gestresst zu sein. Durchbrich negative Angewohnheiten und ersetze sie mittels Wiederholung durch positive. Erinnere dich doch morgens im Spiegel direkt daran. Zur Not hilft ein Erinnerungs-Post-it, auf dem etwas steht, das dich freudig stimmt. Und wenn du in der Bib sitzt und merkst, wie viel es noch zu tun gibt, Hakuna Matata! Erledige ordentlich eins nach dem anderen. Gönn’ dir zwischendurch etwas, das dich glücklich macht. Und das nimmst du dir dann immer wieder beim Lernen vor. Durch diese Wiederholung gelingt es dir, die alten, stressigen Verhaltensmuster abzulegen


Tipp 3: Hakuna Matata in Dauerschleife

Wusstest du, dass du erst durch wiederholte Routinen neue Synapsen in Schwung bringst? Das bedeutet, du kannst dich darauf trainieren ein entspannter, positiver Geist beim Lernen zu sein. Also: Bleib am Ball und versuch’s mehr als nur einmal. So komisch es für dich auch ist, es funktioniert. Denk an die alten Buddhisten-Mönche! Wenn du es hinbekommst, diese negativen Gefühle beim Lernen täglich um neue, positive Routinen zu ersetzen, dann wirst du in kürzester Zeit viel erfolgreicher lernen.

Tipp 4: Belohne dich 

Du hast eine Aufgabe gut erledigt und hetzt schon zur nächsten? Halt, halt, halt! Du darfst dich und dein wackeres Köpfchen auch mal selbst loben. Kommt dir seltsam vor? Versuch's mal! Sei nicht immer so streng, sondern lieb zu dir. Nach 15 Seiten Pauken in der Bib gibt’s n’ leckeren Kaffee. Oder gönn’ dir abends eine deliziöse Pizza oder nimm dir Süßes mit in die Bib oder versuch’ kleinere Pausen einzulegen, in der du deine Augen schließt und dich ganz auf einen Lieblingssong deiner Spotify Playlist konzentrierst. Spielerische Lerntools funktionieren deshalb so gut, weil sie dich mit Punkten und Rankings und weiteren Levels belohnen. Probier’s doch mal mit uns aus. Nutze den Spaß-Faktor beim Lernen und werde zum Sunny-Learner. 

Tipp 5: Hab dich lieb!

Magen knurrt, dir ist kalt, du musst eigentlich schon seit 3 std. auf die Toilette? Gib diesen Gefühlen nach, sie stressen dich nur unnötig. Sei dankbar für deinen Körper und was er täglich für dich leistet. Er ist ein wahrer Superheld! Sei gut zu dir selbst, sei dein größter Fan und behandle dich wie einen König: Hab dich lieb!

Tipp 6: Lass den Perfektionisten los

Du bist ein Mensch, mit Schwächen und Fehlern. Und manchmal scheitern Menschen in Klausuren, Prüfungen, Referaten oder sonst wo. Das ist garnicht schlimm und schon jedem anderen vor dir passiert. Cool ist es aber, wenn man das weiß, wieder aufsteht und es dann einfach nochmal versucht. 

Tipp 6: Richtig (Durch-)Atmen

Bewusstes Atmen beruhigt die Nerven. Kennst du beispielsweise die 4-7-8 Methode? Bei dieser Atemtechnik wirst du quasi dazu gezwungen, dich auf die Regulierung deines Atems zu konzentrieren und innezuhalten. Atme für vier Sekunden ganz tief ein. Halte den Atem für sieben Sekunden an. Atme acht Sekunden lang aus. Das wiederholst du solange, bis du die Ruhe selbst bist. Bei dieser bestimmten Technik wird dein Sauerstoffhaushalt auf Vordermann gebracht und gibt dir den Frische-Kick, den du einfach mal brauchst. Du kannst manchmal vor Stress und Panik nicht einschlafen? Auch hier wirkt die Methode Wunder! Werde Dornröschen!


Tipp 7: Lebe bewusster, lebe Yogi-Like

Mach's mal anders. Achte beim Weg zur Uni auf das Rascheln der Baumkronen, auf das Gefühl deiner Muskulatur beim Gehen, auf deine Atmung. Versuche dich nur auf eine Sache zu konzentrieren, anstatt schon im Geiste in der trockenen Vorlesung zu sitzen oder gehetzt den Stoff nochmal durchzugehen. Lebe und denke nicht an morgen – und damit wollen wir dich nicht an Bollywood, sondern an ein bewusstes Leben erinnern. 

Tipp 8: Am Ball bleiben

Pflege die hier genannten kleinen und alltäglichen Routinen des Glücks. Diese brauchen Zeit, bis sie bei den Synapsen richtig angekommen sind. Bleib konsequent, selbst anlässlich ganz banaler Dinge, wie die WG Küche blitzblank wischen oder den Müll raustragen oder abspülen. Wenn du dich daran gewöhnst, Dinge anzugehen, selbst die nervigsten, gibst du Prokrastination, gibst du Stress keine Chance. 

Tipp 9: Meditation

Es ist wichtig, dass du dich gelegentlich deinem Alltagsstress entziehen kannst, um auf Störungen in deinem Leben gezielt zu reagieren. Ziel ist es, sich anschließend viel bekräftigter alltäglichen Handlungen stellen zu können. Wusstest du, dass das ständige Bewerten und Fühlen von Willen und Widerwillen zu innerer Unausgeglichenheit führt? Deshalb “Take a Break.” Versuch’ deshalb, störende Gedankenmuster zu durchbrechen. Schildkröten schwimmen niemals gegen die Wellen, sondern immer mit ihnen. Verschwende keine Kraft gegen Hürden anzukämpfen. Stell’ dich ihnen und folge dem Flow. Realisiere, wenn du dich gerade wieder verrückt machst und versuch’, diesen Gedanken wieder loszulassen. Schreib ihn einfach auf ein Post-it und kleb’ ihn weeeit weg.

Tipp 10: Abstand gewinnen

Du bist nicht dein Job, du bist nicht dein Studium, du bist nicht das Geld, das du verdienst, du bist nicht die versemmelte Klausur. Du bist du, und auch danach noch ein toller Mensch mit Emotionen, Talent und Fähigkeiten. Trenn’ das von deinem Selbstwert!

Tipp 11: Never walk alone

Du bist nicht allein. Es tut jedem gut, in einer Gruppe zu lernen, sich auszutauschen, auch mal über Frustrationen und Ängste. Das Gemeinschaftsgefühl hat schon den ein oder anderen über schweres Unwetter hinweggetragen. Also gründe Lerngruppen und such’ Hilfe bei Freunden und Kommilitonen. 


Tipp 12: Schaff’ dir positive Freiräume

Ertrinke nicht im Leistungsdruck Ozean. Schaffe dir eine wunderschöne Gedankeninsel, dein eigenes Utopia und mach auf dieser Insel nur Dinge, wie sie sich die frechen Jungs im Nimmerland nicht besser hätten erträumen können: Gehe Hobbys nach­, triff dich mit Freun­den oder tu’ ein­fach mal nichts. Lerne, Lan­ge­weile zuzu­las­sen und Leere anzu­neh­men. Du musst nicht jede Lücke deines Ter­min­ka­len­ders füllen. Genieße die Frei­heit eines Stu­die­ren­den: Geh’ am Vormittag zum Sport, in dein Lieb­lings­café oder zur angesagten Aus­stel­lung der Kunstfakultät. Um kreativ sein zu können bedarf es gelegentlicher Leere und in einem gestressten Köpfchen können weder neue Genie-Ideen entstehen noch alte Infor­ma­tio­nen ver­ar­bei­tet werden. Gönn’ dir mal das Nichts statt das Alles.


Tipp 13: Organisiere dich selbst

Als Studierende/r hat man keine geregelten Arbeitszeiten und nicht selten studiert, lernt und arbeitet man über 9 std. am Tag. Das sollte und muss nicht sein. Setz’ dir Grenzen und organisiere dich in deiner Zeit. Nutze Tools, die dir deine Ordnung erleichtern. Unsere Lernplattform ist immer organisiert, aufgeräumt und praktisch und wartet nur darauf, von dir genutzt zu werden. 


Tipp 14: Erinnere dich an dein Glück

Vergiss’ bloß nicht, all diese wertvollen Tipps auch zu nutzen und stell’ dir zur Not einen Wecker, der dich an deine kleine Auszeit erinnert. Was auch noch hilft? Schreibe jeden Abend drei Dinge in ein Tagebuch, für die du am Tag dankbar warst.

Bleib am Ball. Entspannt und gelassen wird man nicht innerhalb eines Tages. Auch das erfordert am Ende Übung und Wiederholung. Aber du kannst alles schaffen. Sei dir bewusst, achte auf dich, genieß dein Studium und die tollste Zeit deines Lebens. 

Fühl dich gedrückt ❤️

dein Team von charly

P.S. Wir alle wünschen dir einen wundervollen #worldmentalhealthday