Die wichtigsten BAföG-Änderungen: Das müsst ihr wissen

Auch wenn du momentan hoffentlich noch deine Semesterferien genießt – du weißt, dass es bald wieder losgeht. Aber wir haben gute Neuigkeiten für dich, versprochen! Denn am 1. August ist die 26. BAföG-Novelle in Kraft getreten. Die Bundesregierung plant,alleine für diese Legislaturperiode,1,2 Milliarden Euro zusätzlich ein. Für dich heißt das: Mehr Geld. Und das ist noch längst nicht alles. Welche weiteren Auswirkungen hat die BAföG-Reform?

1. Wohnzuschlag wird erhöht

Gerade in Großstädten, aber auch in kleineren Städten, in denen im Anteil besonders viele Studierende wohnen, wird das Wohnen teurer. Der Wohnzuschlag für BAföG-Empfänger, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, steigt um 30 Prozent – von aktuell 250 auf 325 Euro.

2. Mehr Geld für alle

Egal, wie hoch dein BAföG-Satz ist – du wirst ab dem dem Semesterstart mehr Geld auf dem Konto haben. Denn die Bedarfssätze werden insgesamt um sieben Prozent angehoben: In diesem Jahr um 5 Prozent, und 2020 steigt der BAföG-Fördersatz noch einmal um zwei Prozent. Wer den BAföG-Höchstsatz erhält, bei dem erhöht sich die Förderung um mehr als 17 Prozent: Ab nächstem Jahr gibt es statt aktuell 735 Euro 861 Euro monatlich.

3. Mehr BAföG für mehr Studierende

Die Anzahl der Studierenden, die BAföG-berechtigt sind, ist in den letzten Jahren gesunken. 2017 fiel die Zahl der durch BAföG geförderten Studierenden auf unter 800.000.
Jetzt werden die steuerlichen Freibeträge für das Elterneinkommen, an denen sich misst, ob und wie viel BAföG jemand erhält, angehoben. Und zwar um sieben Prozent. Das ist gut, denn viele Studierende sind aufgrund des Einkommens ihrer Eltern nicht BAföG-berechtigt, aber trotzdem haben die Eltern nicht die finanziellen Mittel, um ihre Kinder im Studium zu unterstützen. Diese BAföG-Reform wird daher besonders die Mittelschicht entlasten.

4. Bessere Konditionen bei BAföG-Rückzahlung

Mit dieser BAföG-Reform wurde außerdem die Darlehensdeckelung angepasst:

Ab dem 1. April 2020 beträgt die neue Regelrate 130 Euro pro Monat: Wer bis dahin 77 Monatsraten getilgt hat, gilt künftig als endgültig schuldenfrei – egal, wie hoch das Darlehen ursprünglich war.

Die Rückzahlung des BAföGs ist ab sofort daher in der Regel nach 6,5 Jahren beendet: Und auch, wer aufgrund eines geringen Einkommens weniger als 130 Euro pro Monat zurückzahlt, ist nach 77 Monaten schuldenfrei.

Und: Für Studienphasen nach der Regelstudienzeit gab es bislang in einigen Fällen den Anspruch auf ein BAföG-Bankdarlehen, was jetzt durch ein BAföG-Volldarlehen ersetzt wird – komplett ohne Zinsen.

5. BAföG und Familie

Studierende, die Kinder haben oder sogar die Pflege von nahestehenden Angehörigen auf sich nehmen werden mit der aktuellen BAföG-Reform zusätzlich entlastet. Der Kinderbetreuungszuschlag für eigene Kinder wird von 130 auf 150 Euro monatlich angehoben; außerdem wird die Altersgrenze, bis zu der Kinder berücksichtigt werden, von 10 auf 14 Jahre erhöht.

BAföG und Digitalisierung = ?

Ein letzter Punkt: Anlässlich der Regierungsbefragung am 30. Januar dieses Jahres betonte Bildungsministerin Anja Karliczek den Punkt der Digitalisierung:

Nicht zuletzt wollen wir, dass künftig mehr junge Leute ihren BAföG-Antrag auch online stellen. Wir wollen die Chancen der Digitalisierung entschieden nutzen. Rechtlich ist das jetzt schon möglich. Mit den Ländern arbeiten wir daran, auch die praktischen Hürden zu überwinden.

Bleibt zu sehen, wie dieses politische Zugeständnis auch praktisch umgesetzt wird.
Was haltet ihr von der Reform? Und – bekommt ihr BAföG?

Artikelbild: Sharon McCutcheon via unsplash.com