Warum wir nicht auslernen (sollten)

Il’l be back, versprach einst Arnold Schwarzenegger – und es scheint, als sei das jetzt der Fall. Okay, wir nehmen einen Gang raus. Trotzdem ist Fakt, dass Technologie auf einem Stand ist, der vor zwanzig Jahren noch in Science-Fiction-Filme gehörte: Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Automation sind nur die Spitze des Tech-Eisbergs.

Was das bedeutet? Dass alles im Umbruch ist. Wer sich nicht bewegt, verändert, anpasst, hat verloren: Survival of the fittest ins Jahr 2019 übersetzt, heißt: Survival of the most skilled.

Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung McKinsey unterstreicht diese Annahme. Unternehmen werden bis ins Jahr 2030 neue Anforderungen an ihre Mitarbeiter stellen. Warum? Wegen der zunehmenden Automatisierung der Arbeitswelt, die durch die Digitalisierung und Weiterentwicklung von Technologien in vielen Branchen bereits Realität ist – und es in weiteren bald noch wird.
Welche Skills werden also absolut notwendig? Zum einen natürliches technisches Fachwissen, um up to date zu bleiben und Innovation voranzutreiben – gleichzeitig rücken aber auch Soft Skills wie Sozial- und Führungskompetenzen sowie Kreativität in den Fokus von Recruitern.

Das Konzept, immer wieder Neues aufzunehmen und aktiv danach zu streben, nennt man Lebenslanges Lernen. Und auch wenn es in Zeiten der Digitalisierung, der Gig Economy und dem War of and for Talents wie ein modernes Phänomen wirkt, ist Lebenslanges Lernen schon seit langer Zeit ein Thema in verschiedenen Kontexten. So hat das Phänomen nicht nur Einzug in die Bildungs-, sondern auch in die Wirtschafts- und EU-Politik gefunden. Für die Europäische Kommission ist Lebenslanges Lernen der Schlüssel, um wirtschaftliche und soziale Herausforderungen zu meistern. 2017 initiierte sie die Initiative „Die Europäische Säule sozialer Rechte” (ESSR): Der erste Grundsatz dieser Initiative, die umfassende Reformen der europäischen Arbeitsmärkte und Sozialsysteme anstoßen soll? Lebenslanges Lernen!


Jeder Mensch hat das Recht auf allgemeine und berufliche Bildung und lebenslanges Lernen von hoher Qualität und in inklusiver Form, damit er Kompetenzen bewahren und erwerben kann, die es ihm ermöglichen, vollständig am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und Übergänge auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu bewältigen.

Wie wird man zum Lifelong Learner?

Jemand, der Spaß am Lernen hat, sich ständig weiterentwickeln will, Neuem gegenüber offen bleibt, überzeugt nicht nur an der Uni – sondern auch darüber hinaus auf dem Arbeitsmarkt. Wie wird man aber zu einem jemandem, der nicht auslernt, nicht auslernen will, einem routinierten Lifelong Learner?

1. Werde dir darüber im Klaren, was du eigentlich erreichen willst

Um Lernen zur Gewohnheit zu machen, brauchst du ein Ziel, was du erreichen willst. Hier gilt: So spezifisch wie möglich sein. Spanisch lernen, ist zu vage formuliert und dein Lernfortschritt lässt sich hier nur schwer messen – entsprechend schnell könnte deine Motivation nachlassen. Stattdessen kannst du dir das Ziel setzen, in deinem nächsten Spanienurlaub nicht mehr auf Englisch auszuweichen oder in der Lage zu sein, einen bestimmten Film in der Originalfassung zu sehen.

2. Setz’ dir realistische Ziele

Apropos Ziele: Damit es auch wirklich mit der Mission Lifelong Learner klappt ist es wichtig, deine Ziele realistisch zu formulieren. Dabei ist es hilfreich, ein großes Ziel in Teilziele und -aufgaben herunterzubrechen. Du hast dir vorgenommen, mehr Bücher, die nichts mit deinem Studium zu tun haben, zu lesen und hast das Ziel, 20 Bücher im Jahr durchzulesen? Mit dieser Zahl hast du jedoch keinen Bezug zu deinem Alltag – wenn du es aber umformulierst zu Fünf Mal in der Woche eine halbe Stunde lesen, kannst du ein vages Ziel in konkrete To Dos übersetzen.

3. Such’ dir Support

Neue Skills entstehen nicht im luftleeren Raum: Stattdessen brauchst du ein Umfeld, das dir dabei hilft, sie entstehen zu lassen und zu etablieren. Vernetze dich mit anderen Personen, die ähnliche Ziele haben und tausch dich mit ihnen aus! Denn jede Hürde, die dir den Weg versperrt, hat jemand anderes mit dem gleichen Ziel bestimmt schon einmal überwunden. Innerhalb deiner Community kannst du dir Hilfestellungen und Inspiration suchen. Was ist jetzt aber eine Lern-Community? Das kann ein Tandempartner sein, um eine Fremdsprache zu lernen, ein Buchclub, in dem du mit deinen Freunden regelmäßig Bücher diskutierst oder ein Online-Kurs, in dem du gemeinsam mit anderen etwas Neues lernst.

4. Lass dich nicht ablenken

Lernen macht Spaß – ist aber auch anstrengend und erfordert Konzentration. Und gerade das ist oft Mangelware, denn wir sind eigentlich permanent abgelenkt. Durch unser Handy. Durch E-Mails. Eine Push-Notification, eine Eilmeldung; Informationen, die dich von deinem Vorhaben ablenken. Die Folge? Multitasking. Das galt früher einmal als Königsdisziplin, ist mittlerweile aber als Konzentrations- und Produktivitätskiller anerkannt. Ein Forscherteam der Universität Seattle untersuchte, was beim Multitasking im Gehirn passiert. Ihr Ergebnis?
Menschen seien nicht dazu in der Lage, mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Wer von einer unfertigen Aufgabe zur nächsten springt, dessen Gehirn schließt nicht automatisch mit dem alten ab, um sich komplett dem neuen Vorhaben zu widmen. Deswegen kann man sich nicht zu einhundert Prozent auf die nächste Aufgabe konzentrieren.
Wenn du zum Beispiel das Ziel hast, jeden Tag eine halbe Stunde zu lesen, schalte dein Handy auf Flugmodus und setz dich an einen Ort, wo du nicht abgelenkt wirst. Wenn du in der Vorlesung Notizen machst, mach sie entweder handschriftlich oder sieh zu, dass du Seiten, die dich ablenken, für einen Zeitraum blockst.

Lebenslanges Lernen beginnt … jetzt!

Egal, wie man die fortschreitende Technologisierung der (Arbeits-) Welt bewertet: Vieles wird sich verändern. Um uns nicht abgehängt zu fühlen, sollten wir diesen Entwicklungen deswegen nicht mehr nur mit Reaktion, sondern mit Aktion begegnen. Und das heißt eben ganz konkret, sich weiterzuentwickeln; sich neue Skills, neue Ideen und neue Eigenschaften aneignen.

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Du hast ein Ziel vor Augen, bist bereit, loszulegen – und lässt dich dann ablenken? Bei charly.education kannst du im Fokusmodus alles um dich herum ausblenden und dich mit weiteren Funktionen so organisieren, dass du deine Ziele erreichst!

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