Wie du als Student von einer Steuererklärung profitierst: Das musst du wissen


Selbst noch Jahre nach dem Studium kann Profit aus einer Steuererklärung geschlagen werden – doch kaum ein Studi ist sich darüber im Klaren. 

Es ist dabei beinahe egal, ob man zu 100% nichts anderes außer Studieren im Kopf hatte, Dualer Studi war oder mega-mäßig-fleißiger Workaholic-Studi mit Nebenjob: Für jeden lohnt sich die Steuererklärung. 



Wie wird man Steuererklärungsprofi?

Jeder der Einkommensteuer zahlt, ist dazu berechtigt, eine Steuererklärung einzureichen. Diese Einkommensteuer zahlen die meisten Arbeitnehmer direkt bei ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung, denn diese wird vom Brutto Gehalt einfach einbezogen. Bei diesen wird der ganz aktuelle Wert der wirklich gezahlten wie auch tatsächlich geltenden Einkommensteuer final bei der Steuererklärung ermittelt und je nachdem, ob ein Über- oder Unterschuss vorliegt, ausgezahlt bzw. nachgezahlt. Nicht zu vergessen sind jedoch auch die alltäglichen Umkosten, die für die meisten ArbeitnehmerInnen anfallen: Arbeitswege, Miete, Arbeitsmittel, Büroraum (Home Office) etc. All’ diese Dinge mindern die Steuerlast eines Arbeitnehmers, da diese Dinge ja ebenfalls unmittelbar mit dem Job zu tun haben. Einfach gesagt, werden in einer Steuererklärung also am Ende alle wichtigen Ein- und Ausgaben kleinlich aufgelistet und ausgewertet und dem Finanzamt übermittelt. Nach Prüfung werden dann im idealfall überschüssig gezahlte Einkommensteuern zurückgezahlt.


Welche Buzzwords du dir merken solltest:

  • Werbungskosten
  • Steuerfreibetrag
  • Pauschalbeträge 
  • Abschreiben
  • Verlustvortrag



Du fragst dich “Ist es die Mühe wirklich wert?” Ja!

Wenn du nicht unbedingt Studierende/r in Erstausbildung bist und einfach rein gar nichts verdienst, macht eine Steuererklärung nicht unbedingt den größten Sinn. Hier ist es die Mühe wirklich nicht wert. Jedoch könnten all’ die anderen Studis von einer Steuererklärung profitieren. 


Für wen lohnt’s sich’s auf jeden Fall?

  • Studierende im Master
  • Studierende im Bachelor, die zuvor bereits eine Ausbildung o.a. abgeschlossen haben


Du studierst im Bachelor in Erstausbildung? 

Leider wurden Studis dieser Kategorie vom Steuerrecht ausgeschlossen. Diese dürfen anfallende Ausbildungskosten leider nicht als Werbungskosten im Rahmen einer Steuererklärung geltend machen. In diesem Falle handelt es sich um sogenannte Sonderausgaben. Auch durch diese wird zunächst die Steuerlast des Einzelnen gesenkt, lediglich jedoch bis zu einer Maximalhöhe von 600€ und nur genau in dem Jahr, in dem die Sonderausgaben auch wirklich angefallen sind. Die guten Nachrichten? Dieser etwas eigensinnige Umstand bezüglich dieser strikten Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitausbildung wird regelmäßig, beispielsweise vom Bundesfinanzhof, einer Kritik unterzogen. 

Doch dennoch und leider Gottes wurde dieser Umstand auch im Gesetzesentwurf von 2020 noch nicht revidiert. 

Wann du mit deiner Steuererklärung beginnen solltest


1. Wenn du dich beispielsweise im Erststudium befindest, jedoch nebenbei viel arbeitest und sogar Einkommensteuer zahlst. Wenn du beispielsweise auf’s Jahr gerechnet unter 9408 € verdienst, kannst du diese zuviel gezahlten Bezüge steuerlich geltend machen.

2. Wenn du im Master oder höher studierst: Die im gesamten Studium anfallenden Kosten können steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das Beste? Selbst wenn gar nichts nebenher verdient wurde, lohnt sich ein Verlustvortrag. Hier merkt sich das Finanzamt dann solange den steuerlichen Wert, bis es mit dem ersten zu versteuerndem Einkommen verrechnet werden kann.

Beispiel gefällig?


Sagen wir mal, du studierst im ersten Mastersemester und zahlst insgesamt 4000€ für u.a. Studiengebühren, Fahrten zur Uni, Bücher, Workshops, Laptop und eine Exkursion, doch verfügst an sich über kein zu-versteuerndes Einkommen. In diesem Fall kannst du einen Verlustvortrag geltend machen, während das Finanzamt diesen quasi so lang für dich vermerkt, dass diese von dir gezahlten 4000€ bei deiner ersten Einkommensteuererklärung mit verrechnet werden. Wenn du beispielsweise einen nagelneuen Job nach Abschluss erhältst und im Jahr beispielsweise 45.000 € Brutto verdienst, wird dir der Verlust der Vorjahre von deinen Brutto gehalt abgezogen. Bedeutet, dass du  45.000€ - X versteuern musst – Yay!

Welche Kosten kannst du als Studi geltend machen? So einiges!


- Technische Geräte wie Laptop, Drucker, PC (Alles, was du zum Studium brauchst)
- Druckservices und Uni-Material
- Studiengebühren
- Fahrtkosten zur Bib, Uni und Nebenjob
- Bücher
- Weiterbildungsmaßnahmen
- Auslandsaufenthalte 

Never lie! Always be honest!


1. Werde niemals zum oder zur MärchenerzählerIn, wenn es um deine Steuererklärung geht. Achte darauf, stets korrekte und belegbare Angaben zu machen. Aber keine Sorge, wenn du es nicht böswillig darauf anlegst, sondern dir aus Versehen mal ein Fehler unterläuft, kommst du nicht unbedingt direkt in den Knast. Aber dennoch heißer Tipp: Bewahre alle notwendigen Kassenzettel, Belege und Co. auf und halte sie stets ordentlich für deine Steuererklärungen bereit!

Steuererklärungs-Tipps

  • Mittlerweile existieren unzählige praktische Steuererklärungstools wie Studentensteuererklärung oder Steuerhelden. Oder du machst es ganz einfach direkt über das entsprechende Elster-Tool
  • Häufig werden im Rahmen des universitären Alltags nicht selten sogenannte Steuerseminare angeboten, die dir ebenfalls nützliches Know-How mitgeben können und dich zudem für die Erwachsenen-Welt-der-fleißigen-Steuerzahler wappnen
  • Klassisch aber teuer: Auch professionelle Steuerberater können aushelfen, jedoch musst du entscheiden, ob der hohe Preis, der hier anfällt, sich bei deinem Einkommen wirklich doll lohnt. Jedoch macht’s dir wohl keiner besser, als die wahren Pros!
  • Nice ab 2020: Die sogenannte Home Office Pauschale kann geltend gemacht werden! Beinahe 600 € können im Jahre 2020 und 2021 diesbezüglich geltend gemacht werden. Diese Pauschale ist ähnlich der Werbungskosten zu verstehen. An Werbungskosten können pro Jahr insgesamt höchstens 1000€ gemacht werden. Bedeutet, nur wer mit seinen Werbungskosten inklusive der Home Office Pauschale über 1000 € wird wirklich entlastet, jedoch ist dieser Wert auch rasch erreicht. Insbesondere dann, wenn du dir dieses Jahr beispielsweise einen neuen Laptop o.a. angeschafft hast. 

Worauf wartest du noch! Unterlagen rauskramen und absetzen, was das Zeug hält! Pfennigfuchser-Geheimtipp gefällig? Mit unserer niegel-nagelneuen Funktion Learn+earn kannst du easy und im Handumdrehen bis zu 20€/ h bequem vom Sofa aus verdienen. Neugierig geworden? Sende uns ganz einfach klausurrelevante Übungsaufgaben, wie auch die passenden Lösungen und verdien’ dir pro Einreichung 50ct. dazu. So machst du dein Wissen zu G€ld und gleichzeitig deinen KommilitonInnen zugänglich. (L)Earn hier!
Wir hoffen, du holst im kommenden Jahr das Beste aus deinen Finanzen heraus und dass dir unsere Tipps weiterhelfen.

Wir drücken dir im Studi-Alltag weiterhin die Daumen und herzen dich, 

Dein Team von charly