Ein Plädoyer für die Pause! 

Irgendwie ist immer etwas: Während des Semesters studierst du, hast wahrscheinlich noch einen Nebenjob und versuchst, dort auch noch so etwas wie ein Privatleben hineinzuklemmen. Und dann die Semesterferien, aka vorlesungsfreie Zeit: Hausarbeiten, Klausuren und andere Uniprojekte geben sich die Klinke in die Hand. Dann wahrscheinlich auch noch ein Praktikum, ein weiterer Nebenjob und plötzlich beginnt das Wintersemester schon wieder. Und du hebst in deinem Hamsterrad fast ab.

Du startest das neue Semester – ohne dich überhaupt erholt zu haben. Damit bist du nicht allein: In einer Studie der AOK gaben über 90 % der befragten Studierenden an, dass sie während der Semesterferien oft gestresster sind als während des laufenden Semesters. Jedenfalls, wenn Prüfungen, Abschlussarbeiten oder laufende Bewerbungsprozesse anstehen.

Vor einigen Jahren sorgte eine weitere Studie zum Thema Stress unter Studierenden für Schlagzeilen: Sie seien gestresster als Erwerbstätige. Jeder vierte Studierende fühlt sich stark gestresst und ebenfalls ein Viertel berichtet von Erschöpfung.

Was ist Stress – und warum gibt es ihn?

Aber was ist eigentlich Stress? Darunter versteht man im Allgemeinen die negativen Folgen bei Über- und Unterforderung. Erlebt man Stress, werden verschiedene Regionen des Gehirns aktiv: Unter anderem werden dann Stresshormone ausgeschüttet: Die körperlichen Folgen?
Der Atem beschleunigt sich, Puls- und Blutdruck steigen, Muskeltonus steigt, was oft zu Verspannungen führt – und damit oft zu Zittern, Fußwippen oder Zähneknirschen.

Stress aktiviert Stressyssteme – die unseren Vorfahren vor hunderttausenden von Jahren beim Überleben halfen. Auch, wenn sie sich seitdem weiterentwickelt haben; sie sind immer noch darauf ausgerichtet, dass der Körper in Notfallsituationen reagiert. Das kann alles sein, von einer  Begegnung mit einem Säbelzahntiger oder den Minuten vor der Verteidigung der Abschlussarbeit. In solchen Situationen reißt sich unser Körper einmal richtig zusammen und versorgt uns mit Energie: Fight or Flight, zu Deutsch: Kämpfen oder Weglaufen. Und deswegen ist Stress so gefährlich; denn die Energie, die uns unser Körper bereitstellt, damit wir einer potentiell tödlichen Situation entkommen können, brauchen wir in unserer modernen Welt eigentlich selten. Steht man nur kurz unter Stress, baut sich diese überschüssige Energie schnell wieder ab – wird Stress aber zum Dauerzustand, kann sie sich gegen den eigenen Körper richten und verheerenden Schaden anrichten. Stress kann zum Risikofaktor für viele ernstzunehmende Krankheiten werden.

Was hilft gegen Stress?

Wie Auch, wenn es kontraproduktiv erscheint: Wer vor lauter Stress nicht mehr weiß, mit welchen Aufgaben er anfangen soll, sollte unbedingt eine Pause einlegen.
Wie soll das denn gehen? Dazu habe ich doch gar keine Zeit? denkst du dir und bist schon auf dem Weg, die nächste Aufgabe anzupacken, während du in Gedanken noch bei der letzten bist und auch eigentlich schon darüber nachdenkst, was nächste Woche noch so alles ansteht.

Aber sicher kennst du auch die Situation, dass du verbissen an etwas arbeitest, dich festbeißt, grübelst – und dann fällt auf einmal der Groschen?
Und wahrscheinlich nicht, während du noch über den Büchern kauerst, sondern während du etwas ganz anderes machst; ein Bier mit deinem Mitbewohner trinkst, einkaufen gehst oder abspülst. Der Grund dafür? Wer zu viel und zu lange arbeitet, ohne eine Pause einzulegen, ist oft weniger konzentriert und damit auch weniger produktiv. Deswegen sind Pausen so essentiell – aber Pause ist nicht gleich Pause.

Wie du am besten eine Pause machst

Wie du am besten runterkommst, hängt ganz von dir selbst ab: Manchen reicht eine Runde um den Block, andere fühlen sich erst nach einer Session Cross Fit wieder bereit, weiterzuarbeiten. Unabhängig von deinen persönlichen Vorlieben und Routinen solltest du einige Dinge beachten, damit deine Pause zum Produktivitäts-Booster – und nicht zum Killer wird.

1. Plan deine Pausen ein

Du planst doch auch, wenn du arbeitest, wann du zur Vorlesung gehst, wann du deine Deadlines hast. Warum also auch nicht feste Zeiten einplanen, in denen du alles tun kannst – aber eben nur nicht arbeiten?

2. Schaff dir gute Routinen

Ach, schon wieder das mit den Gewohnheiten … Auch wenn es sich wiederholt: Routinen sind das A und O für weniger Stress. Wie das klappt? Hier findest du Tipps, wie du dir gute Gewohnheiten schaffst. Ein Thema, das unfassbar wichtig ist? Schlaf! Denn um besser zu lernen, brauchst du Phasen, in denen dein Gehirn herunterfahren kann. Kognitive Ruhe findest du aber nur, wenn du ordentlich schläfst.

3. Weg mit dem Smartphone

Auch wenn Handys mittlerweile eine digitale Veränderung unserer selbst sind – sollten wir sie, wenn wir Pause machen, für einen Blick beiseite legen. Denn auch wenn es ablenkt, in kleinen Pausen Instagram, Facebook und Co. zu checken, sich zu vernetzen oder zu informieren, können Aktivitäten in den sozialen Netzwerken Stress signifikant erhöhen. Und: Konstantes Checken von Sozialen Medien stresst nicht nur, sondern reduziert auch die Fähigkeit, sich zu konzentrieren und effektiv zu lernen.

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Was sind deine besten Tipps für eine kleine Pause? Und welche Tricks hast du, um Stress zu lindern – und vielleicht auch vorzubeugen?_______________________________________________________________________________________________________

Artikelbild: @rpnickson via unsplash.com